Sektion junge DMG (jDMG)

Junge DMG

DMG Fachausschuss Klima Kommunikation

Verfasst von am 24. Juni 2022

„Es wird in den kommenden Jahren nicht mehr nur entscheidend sein, dass wir Entwicklungen im Klimasystem kommunizieren, sondern auch wie wir dieses tun.“ (Prof. Dr. Clemens Simmer, Vorsitzender der DMG, auf der D-A-CH MT 2022).
Das DMG-Präsidium gründete deshalb bereits am 26.10.2021 den Fachausschuss Klimakommunikation (FA KlimaKom). Die DMG stärkt damit ihre Rolle als sachorientierter Kommunikator im Spannungsfeld Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit, um der fundamentalen Bedeutung des anthropogenen Klimawandels Rechnung zu tragen [1]. Der FA trat am 8.3.2022 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Den Vorsitz hat Dr. Hans Schipper, Leiter des Süddeutschen Klimabüros am KIT.
Die Aufgaben lassen sich in den Themenbereichen Weiterbildung, Strukturierung, Kommunikation und Forschung zusammenfassen, z.B. die Weiterbildung organisiert Workshops, interdisziplinäre Vorträge und Tagungen, zur Strukturierung gehören die Analyse interner und externer Vernetzungsprozesse der DMG-Mitglieder sowie die Entwicklung von Kommunikationsplattformen mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Kommunikation fokussiert sich auf dialog- und zielgruppenorientierte Ansätze und unterstützt Stellungnahmen der DMG zum Klimawandel, die Forschung greift vor allem aktuelle, kommunikationsrelevante Fragen auf. Darüber hinaus reagiert aber auch der FA KlimaKom themenbereichsübergreifend auf aktuelle Anforderungen.
Mitglied kann jede Person werden, die an einer effektiven, fachlich fundierten und interdisziplinären Klimakommunikation interessiert ist.

Text: Prof. Dr. Luzian Weisel
Bilder:
1: gruene-bw.de
2: Vorstand Hans Schipper & das Team des FA KlimaKom

[1] Zur „Klimakommunikation“ siehe Wetter- und Klimalexikon des DWD.

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Extra-tropische Stürme – Gibt es auch ein Orkanhoch?

Verfasst von am 22. Juni 2022

Außertropische Stürme – großflächig, langanhaltend und gar nicht mal so selten.

Eins vorweg: der Begriff außertropische Stürme dient als Abgrenzung zu den Tropischen Wirbelstürmen, die wir euch nächste Woche vorstellen. Gemeint sind damit Tiefdruckgebiete, die in den mittleren Breiten entstehen und z.B. vom Atlantik nach Europa ziehen. Sturm- oder Orkanhochs gibt es übrigens nicht.

Sturm ist in Deutschland eher ein Phänomen des Winterhalbjahres und dafür gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen hängt die Intensität von Tiefdruckgebieten (zugegebenermaßen über einige Umwege) vom Temperaturunterschied zwischen subtropischen und polaren Breiten ab, der im Winter größer ist als im Sommer. Zum anderen haben Tiefdruckgebiete im Winter eine südlichere Zugbahn als im Sommer, sodass ihre Sturmfelder häufiger nach Mitteleuropa ausgreifen, während sie im Sommer eher die Regionen weiter im Norden beeinflussen.Der stärkste Wind ist meistens an der Südflanke eines Tiefdruckgebiets zu finden. Dort addieren sich die westliche Strömung, die dort durch die Zirkulation um das Tief entsteht und seine i.d.R. östliche Verlagerung. Besonders stürmisch wird es dann in hohen Lagen, weil der Wind in höheren Luftschichten mangels Reibung noch stärker ist als am Boden.Starke und großräumige Sturmtiefs können mir ihrem Sturmfeld größere Regionen gleichzeitig erfassen, z.B. ganz Deutschland und Teile seiner Nachbarländer und mehrere Stunden, manchmal sogar Tage lang anhalten. Die kräftigsten Stürme bringen meist Windgeschwindigkeiten zwischen ca. 90 und 120 km/h (Windstärke 9 bis 12), vereinzelt und an besonders exponierten Stellen wie z.B. den Nordseeinseln oder hohen Bergen wurden auch schon Werte zwischen 150 und 200 km/h gemessen.

Text: Felix Herzog
Bilder: Mica Thomas

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StuMeTa22 Bericht

Verfasst von am 17. Juni 2022

Die diesjährige Studentische Meteorologie Tagung (StuMeTa) fand vom 25. bis 29. Mai an der @fu_berlin statt. Rund 100 Studierende der Meteorologie deutschsprachiger Universitäten trafen sich in Berlin zum Austausch. Nachdem die StuMeTa im Jahr 2020 ausfiel und 2021 nur online stattfinden konnte, war es dem Orga-Team ein Anliegen, die StuMeTa 2022 in Präsenz zu veranstalten. Für Online-Teilnehmende wurde das Programm durch digitale Angebote ergänzt.

12 spannende Vorträge gaben Einblicke in unterschiedliche Themengebiete, auch über die reine Meteorologie hinaus, so stellten etwa die @jugenddelegiertenachhaltigkeit ihre Arbeit vor und Lea Dohm von @psychologists4future führte in die Klimapsychologie ein. In den Workshops durften die Teilnehmenden lernen, wie z.B. die Wetterbeobachtung am meteorologischen Institut @wind_berlin oder eine Attributionsstudie funktionieren. Am Freitag führten Exkursionen neben weiteren Zielen ins Observatorium Lindenberg des @deutscherwetterdienst und zum Telegrafenberg in Potsdam.

Neben dem fachlichen Teil gab es Gelegenheiten zum Kennenlernen. Zu Beginn und zum Abschluss der StuMeTa gab es einen Grillabend am Institut für Meteorologie, dazu kamen eine Kneipentour und ein studentisch organisiertes Pubquiz.

Entgegen so mancher Erwartung durften die Teilnehmenden nicht nur Großstadt-Feeling erfahren, sondern fanden sich zum Schlafen auf einem – etwas abgelegenen – Zeltplatz in Heiligensee ein.

Nach zwei Jahren der Online-Lehre war es besonders schön, dass die Tagung mit so vielen Menschen erfolgreich in Präsenz durchgeführt werden konnte. Schon jetzt freuen wir uns auf die nächste StuMeTa, die 2023 zum ersten Mal in der Geschichte in Innsbruck stattfinden wird.

Text: Valerion Adler, Almut Alexa, Maren Böltes, Juliane Busch
Logo: @laffiethecat

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Tornado – Wieso sind Tornados so zerstörerisch?

Verfasst von am 15. Juni 2022

Tornados sind ein sehr spannendes aber auch gefährliches Phänomen. Sie treten dann auf wenn warme und kalte Luft aufeinandertreffen in Kombination mit starker Konvektion (aufsteigende Luft). Die Luft beginnt zu rotieren und der Druck fällt ab im inneren des Wirbels.An sich ist der Luftwirbel unsichtbar und wird nur sichtbar wenn z.B. Trümmer oder Staub umher fliegen oder Wasserdampf wegen der Luftabkühlung kondensiert und dadurch eine Trichterwolke bildet. Nur wenn der Luftwirbel den Boden berührt, spricht man dann von einem Tornado. Aufgrund dessen, dass sie mit ein paar Meter bis max. 4km Durchmesser eine kleine Fläche abdecken und nicht lange leben sind sie schwer vorhersagbar. Im Schnitt vergehen 13 Minuten von der Tornadowarnung bis zum Eintreffen. Deshalb sollte man sich sofort in Sicherheit bringen. Der sicherste Ort ist dann der Keller. Autos, die herumgewirbelt werden sind nicht sicher. Fensterscheiben und Türen können bersten und umherfliegende Objekte werden zu geschossen. Kein Wunder, denn ein Tornado hat extrem hohe Windgeschwindigkeiten. Diese werden in der Fujita-Skala eingeteilt die von F0 (63-117 km/h) bis F5 (419–512 km/h) reichen. Dadurch können sie solche großen Schäden anrichten. Die meisten Tornados gibt es in dem sogenannten “Tornado Alley” in den USA wo kalte trockene Luft der Rocky Mountains auf feuchte warme Luft trifft. Im Gegensatz dazu werden in Deutschland etwa 70 pro Jahr erfasst. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher.

Text: Tracy Kiszler
Bilder: Mica Thomas

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Deutschen Wetterdienst

Verfasst von am 10. Juni 2022

Heute stellen wir euch den Deutschen Wetterdienst näher vor! Wettervorhersagen und Wetterwarnungen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und auch die Themen Klima und Klimawandel beschäftigen immer mehr Menschen.Anerkannte Expert:innen für Wetter und Klima sind die rund 2.200 Mitarbeiter:innen des 1952 gegründeten Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD ist der nationale Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland. Er erfasst, bewertet und überwacht mit seiner flächendeckenden und hochmodernen Infrastruktur die physikalischen und chemischen Prozesse in unserer Atmosphäre.Die wichtigsten Aufgaben des DWD sind die Wettervorhersage, die Warnung vor wetterbedingten Gefahren, die Überwachung des Klimas in Deutschland sowie die Bewertung von Klimaveränderungen und die Beratung bei Fragen zur Anpassung an den Klimawandel. Um bei den Wettervorhersagen und -warnungen immer präziser zu werden, werden die Vorhersagemodelle beim DWD kontinuierlich weiterentwickelt. Und auch die Klimaforschung wird beim DWD permanent weiterentwickelt, um zuverlässige und genaue Daten liefern zu können.Weil das Wetter an Staatsgrenzen nicht Halt macht, arbeitet der DWD weltweit mit den wichtigsten meteorologischen Institutionen und Forschungszentren zusammen. Damit ist der DWD ein attraktiver Arbeitgeber, der spannende und abwechslungsreiche Aufgaben bietet – von der meteorologischen Forschung und Technik über die Wettervorhersage und Klimaberatung bis zur Verwaltung. Wer Teil des DWD werden möchte, findet aktuelle Stellenausschreibungen auf: dwd.de/stellenDort gibt es auch weitere Informationen zum DWD und den Themen Wetter und Klima.

Text & Bilder: Pressestelle DWD

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Staubteufel – Was sucht ein wirbelnder Teufel auf dem Acker?

Verfasst von am 8. Juni 2022

Im Sommer und Herbst sind sie bei uns gelegentlich zu beobachten: Staubteufel. Ein Staubteufel, im Fachjargon Kleintrombe genannt, ist ein eher kleiner Wirbelwind und entsteht oft über abgeernteten Feldern. Diese haben eine dunkle Oberfläche und heizen sich daher bei starker Sonneneinstrahlung stark auf, sodass warme Luft in Blasen nach oben steigt. Vor allem bei allgemein windschwachen Verhältnissen entstehen an mehr oder weniger zufällig aufeinandertreffenden Luftströmungen kleinräumig Rotationen, die normalerweise nahezu unbemerkt bleiben. Steigt allerdings eine Warmluftblase genau über einer solchen Rotation auf, wird sie gestreckt und beschleunigt. Das funktioniert wie bei einem Eiskunstläufer, dessen Pirouette sich beschleunigt, wenn er die Arme an den Körper zieht. Im gestreckten Luftwirbel entsteht ein Sog, der Staub und kleine Gegenstände vom Boden in die Höhe zieht und den Staubteufel somit sichtbar macht.Ein Staubteufel hat in der Regel einen Durchmesser von wenigen Metern und lebt wenige Minuten. Er ist zwar deutlich schwächer als ein Tornado, allerdings mit Windgeschwindigkeiten von ca. 50 bis 100 km/h nicht völlig ungefährlich. Besonders starke Staubteufel können sogar noch größer werden und noch stärkeren Wind bringen.

Text: Felix Herzog
Bilder: Mica Thomas

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OpenUCO

Verfasst von am 3. Juni 2022

Passend zum Thema des letzten Monats „Messgeräte“ stellen wir euch heute das Projekt OpenUCO vor. Überwiegend haben wir in unseren Erklärungen ja ältere manuelle bzw. Recht große Geräte gezeigt. Mittlerweile können viele meteorologische Größen aber auch mit Hilfe von kleinen, relativ preiswerten elektronischen Bauteilen gemessen werden. Das Ziel des Open Urban Climate Observatory Berlin ist es unter Einbindung der Stadtgesellschaft ein offenes meteorologisches Messnetz aufzubauen. Dabei kommen unter anderem speziell für diesen Zweck entwickelte Messgeräte zum Einsatz, welche solche kleinen Sensoren verwenden um Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Druck und Strahlung zu messen. Die Messgeräte heißen MESSI und sollen zusammen mit Niederschlagswippen (siehe Foto)  von Kleingärtner:innen in Berlin aufgestellt und betreut werden. Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, wie diese vielen zusätzlichen in Berlin verteilten Messtationen für die Erforschung des Stadtklimas genutzt werden können. Außerdem sollen auch die Bürger:innen die frei verfügbaren Daten nutzen können um ihre eigenen Fragestellungen zu untersuchen. Da das Projekt noch in der Anfangsphase ist, werden noch dringend interessierte Bürger:innen gesucht! Also, wenn ihr oder jemand den ihr kennt die Möglichkeit habt eine Messstation in eurem Kleingarten aufzustellen, dann meldet euch gerne beim OpenUCO Team! Webseite oder Email.

Text und Bilder: Jana Ulrich

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Sturm-Skalen – Wie lange lebt ein Wirbelsturm?

Verfasst von am 1. Juni 2022

Dazu müssen wir erst einmal klären, was ein Wirbelsturm überhaupt ist. Manche von euch denken jetzt vielleicht an einen Tornado und andere an einen Hurrikan. Das liegt daran, das der Begriff Wirbelsturm nicht eindeutig definiert ist. Jedes sturmartige Windsystem mit vertikaler Drehachse kann so bezeichnet werden. Damit umfasst der Begriff verschiedene Systeme, die sich nicht zuletzt in ihrer Größe wesentlich unterscheiden. Während der Durchmesser eines Staubteufels meist nur wenige Meter beträgt, können Tornados in manchen Fällen bis über einen Kilometer breit werden. Tropische Wirbelstürme können sich im Durchmesser hunderte Kilometer ausdehnen und ein Sturmtief kann sogar einen Durchmesser von mehreren tausend Kilometern erreichen. Da mit der größeren Längenskala auch eine größere Masse verbunden ist, besitzen die großen Wirbelstürme eine größere Trägheit und können sich nicht so schnell auflösen wie die kleineren. Die Lebensdauer von Staubteufeln beträgt daher auch nur wenige Sekunden bis Minuten. Auch die meisten Tornados leben weniger als 10 Minuten. Manche bleiben aber auch bis zu einer Stunde bestehen. Dagegen leben tropische Wirbelstürme und außertropische Zyklone im Mittel mehrere Tage bis zu einer Woche. Auch wenn wir einen Blick auf die Atmosphäre eines anderen Planeten werfen, können wir diesen Zusammenhang zwischen Größe und Lebensdauer beobachten: der große rote Fleck auf dem Jupiter, ein antizyklonaler Wirbelsturm, ist ungefähr 1,3 mal so breit ist wie der Durchmesser der Erde und lebt wahrscheinlich schon mindestens 200 Jahre. Soviel erst mal zur Lebensdauer. Die Entstehung und Eigenschaften der verschiedenen Wirbelstürme auf der Erde werden wir euch in den kommenden Themen noch etwas genauer erklären.

✍ & Text: Jana Ulrich

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Wetterwanderweg in Zinnwald-Georgenfeld/Cinovec

Verfasst von am 27. Mai 2022

Nachdem der Deutsche Wetterdienst das Aus für die personalbesetzten Wetterstationen beschlossen hatte, war in Zinnwald-Georgenfeld guter Rat teuer, denn so ein Automat kann zwar Temperaturen, Feuchte, Luftdruck, Wind und mittlerweile sogar die Niederschläge ganz gut bestimmen, aber er kann keine Führungen machen, nichts veranstalten und sich nicht um die Bildung kümmern. 

Unzählige Schulklassen, tausende Touristen und so einige Praktikanten zählten die Beobachter an der Wetterwarte jedes Jahr. Schließlich war die Wetterwarte ein Mosaiksteinchen im Tourismus des kleinen Ortes. Wie nun also weiter?

Also wurde am 30.01.2014 im Hotel Lugsteinhof der „Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.“ gegründet, der mittlerweile 36 Mitglieder zählt und sich mindestens einmal im Monat trifft.

Die Idee war, einen Weg rund um Zinnwald-Georgenfeld zu planen und zu erstellen, der sich mit Wetter- und Klimathemen und natürlich dem ganz besonderen Wetter an diesem Ort auseinandersetzt. 

Schon 2014 entstand so der Schneehöhenzaun an der Wetterwarte, wo die Zaunslatten die höchste Schneehöhe des Winters anzeigen. Bei Schneehöhen bis 163 cm ist das schon recht eindrucksvoll.

Inzwischen sind der Skitagezaun – wo man ablesen kann, an wievielen Tagen man in Zinnwald Ski fahren konnte, eine Sonnenuhr, in Erinnerung an die Flut 2002 die Regenröhren, eine Sichtweitentafel und sogar Sternguckerbänke sowie ein Vereinsschaufenster und eine Mini-Wetterstation hinzugekommen.  Aktuell wird die Konzeption des Weges überarbeitet und es wird im alten Zinnwalder Huthaus der Betrieb einer Schauwetterwarte geplant.

Wir haben auch noch einiges vor, denn am Ende soll der Weg fast 10 km lang sein und auch in Tschechien einige Exponate stehen. 

Wenn Sie also einmal Lust haben, diese Wanderregion mit ihren herrlichen Aussichten und ihrem ganz besonderen Wetter zu erkunden, kommt doch einmal vorbei! Link zum Verein hier.

Text & Bilder: Norbert Märcz

1: Skitagezaun 
2: Sonnenuhr
3: Regenröhren
4: Karte des Wetterpfades

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Sonnenscheindauer – Woher wissen wir, wie lange die Sonne geschienen hat?

Verfasst von am 25. Mai 2022

Oder: Die Glaskugel – des Meteorologen Lieblingsinstrument?
Wettervorhersage ist ein Blick in die Glaskugel? Das mag einem manchmal tatsächlich so vorkommen. Aber wusstet ihr, dass die Glaskugel tatsächlich ihren Platz in der Meteorologie hat? Mit ihrer Hilfe kann man nämlich die Sonnenscheindauer messen. Dazu wird ein Papierstreifen in eine Haltevorrichtung gelegt, die um die Glaskugel angebracht ist. Fällt nun Sonnenlicht in die Glaskugel, agiert sie als Linse, bündelt das Licht und konzentriert es auf einen kleinen Punkt auf dem Papierstreifen. Dort wird es so warm, dass ein kleines Loch in das Papier gebrannt wird. Wandert die Sonne im Laufe des Tages über den Himmel, bescheint sie die Kugel immer in einem anderen Winkel und damit wandert auch der Punkt, an dem potentiell ein Brandloch entsteht. Am Ende des Tages wird der Streifen herausgenommen und untersucht: Gibt es ein Brandloch, hat zu der Zeit die Sonne geschienen, ist das Papier intakt, war die Sonne von Wolken verdeckt. Natürlich gibt es auch moderne, elektronische Methoden, die Sonnenscheindauer zu ermitteln. Zum Beispiel gibt es Messgeräte, bei denen durch einen schmalen Spalt das Sonnenlicht auf eine Fotozelle fällt. Ab einer bestimmten Energiemenge detektiert das Gerät Sonnenschein, ist die einfallende Energie zu gering, ist die Sonne von Wolken verdeckt. Andere Messgeräte vergleichen z.B. die Temperatur zweier Metallstücke, von denen eins abgeschattet und das andere dem Himmel ausgesetzt ist. Scheint die Sonne, erwärmt sich das eine Metallelement stark, während das abgeschattete seine Temperatur behält.

Text: Felix Herzog
Bilder: Mica Thomas

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