Sektion junge DMG (jDMG)

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Extra-tropische Stürme – Gibt es auch ein Orkanhoch?

Verfasst von am 22. Juni 2022

Außertropische Stürme – großflächig, langanhaltend und gar nicht mal so selten.

Eins vorweg: der Begriff außertropische Stürme dient als Abgrenzung zu den Tropischen Wirbelstürmen, die wir euch nächste Woche vorstellen. Gemeint sind damit Tiefdruckgebiete, die in den mittleren Breiten entstehen und z.B. vom Atlantik nach Europa ziehen. Sturm- oder Orkanhochs gibt es übrigens nicht.

Sturm ist in Deutschland eher ein Phänomen des Winterhalbjahres und dafür gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen hängt die Intensität von Tiefdruckgebieten (zugegebenermaßen über einige Umwege) vom Temperaturunterschied zwischen subtropischen und polaren Breiten ab, der im Winter größer ist als im Sommer. Zum anderen haben Tiefdruckgebiete im Winter eine südlichere Zugbahn als im Sommer, sodass ihre Sturmfelder häufiger nach Mitteleuropa ausgreifen, während sie im Sommer eher die Regionen weiter im Norden beeinflussen.Der stärkste Wind ist meistens an der Südflanke eines Tiefdruckgebiets zu finden. Dort addieren sich die westliche Strömung, die dort durch die Zirkulation um das Tief entsteht und seine i.d.R. östliche Verlagerung. Besonders stürmisch wird es dann in hohen Lagen, weil der Wind in höheren Luftschichten mangels Reibung noch stärker ist als am Boden.Starke und großräumige Sturmtiefs können mir ihrem Sturmfeld größere Regionen gleichzeitig erfassen, z.B. ganz Deutschland und Teile seiner Nachbarländer und mehrere Stunden, manchmal sogar Tage lang anhalten. Die kräftigsten Stürme bringen meist Windgeschwindigkeiten zwischen ca. 90 und 120 km/h (Windstärke 9 bis 12), vereinzelt und an besonders exponierten Stellen wie z.B. den Nordseeinseln oder hohen Bergen wurden auch schon Werte zwischen 150 und 200 km/h gemessen.

Text: Felix Herzog
Bilder: Mica Thomas

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Eiswolle – Kennst du schon Eiswolle?

Verfasst von am 29. Dezember 2021

Wer im Winter gern durch Wälder streift hat sie vielleicht schon einmal gesehen: Die Eiswolle. Es handelt sich dabei um eine seltene Form von Eis, in welcher die Kristalle in feinen Härchen wie weißes Fell aus morschem Holz herausragen.
Das Besondere an Eiswolle ist, dass die Form des Eises so eigentlich nicht existieren sollte. Sehr langgestreckte Eisstrukturen würden sich unter normalen Umständen durch den Prozess der Rekristallisation zu gröberen Formationen verbinden. Bei Eiswolle wird die Rekristallisation aber durch einen organischen Stoff verhindert, welcher wahrscheinlich von einem winteraktiven Pilz im Totholz stammt. Dabei könnte es sich um Exidiopsis effuse handeln, denn dieser wurde bisher in allen Eiswolle tragenden Holzproben gefunden. Wie genau die feinen Härchen entstehen, ist aber noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich wird bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, in der Wasser an der Holzoberfläche gefriert und dabei gleichzeitig Flüssigwasser aus den porösen Holzfasern zieht. Bei Vorhandensein des Pilzes bilden sich dann anstatt einer üblichen Eiskruste viele kleine Eisfasern, welche die Eiswolle bilden.

Text & ✍: Mica Thomas

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