Sektion junge DMG (jDMG)

E

Eisblume – Eine vom Aussterben bedrohte Art?

Verfasst von am 1. Februar 2023

Eisblumen an den Fenstern kennen die meisten von uns wahrscheinlich allenfalls aus Erzählungen von früher. Heutzutage treten sie in unseren Wohnungen kaum noch auf. Aber warum?

Sie entstehen oft nachts, wenn es draußen kalt wird. Die Luft im Schlafzimmer ist durch die Atmung der schlafenden Menschen recht feucht. Diese Feuchtigkeit wird sichtbar, wenn sie sich als Wassertröpfchen an der Fensterscheibe niederschlägt. Alte Fenster, die nur aus einer einzelnen Glasscheibe bestehen, kühlen sehr stark aus, sodass ihre Temperatur unter 0°C sinken kann. Dann gefriert die Feuchtigkeit, entweder vom Fenster oder direkt aus der Luft, und  zeigt sich als Eisblume auf der Scheibe. Ähnlich wie bei Schneeflocken (dazu haben wir euch letztes Jahr im Januar etwas erzählt) entstehen sechseckige Eiskristalle, die sich zufällig in verschiedensten Formen anordnen. Die dabei entstehenden Muster sind vielfältig und wie zwei Schneeflocken immer unterschiedlich.

Heutzutage sind Fenster in der Regel doppelt oder sogar dreifach verglast, sodass sie wärmeisolierend sind und die Kälte draußen halten. Damit bleibt die innerste Scheibe zu warm, um die Feuchtigkeit gefrieren zu lassen. Gänzlich ausgestorben ist die Eisblume allerdings nicht, man kann sie gelegentlich noch an Autoscheiben oder in sehr alten Gebäuden beobachten.

Text: Felix Herz
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Eisberg – Wie entstehen Eisberge?

Verfasst von am 25. Januar 2023

Hast du dich schon Mal gefragt wie die Titanic eigentlich mit einem Eisberg kollidieren konnte? Woher kam diese Eismasse die einfach im Meer herum schwamm? Tatsächlich wird vermutet, dass der Ursprung dieses Eisbergs in einem Fjord von Grönland lag. Das Leben eines Eisbergs fängt nämlich dort an wo Gletscher ins Meer fließen bzw. beim Schelfeis. Wenn ein Gletscher „kalbt“ bricht Eis von der Kante ab. Dieses Eis hat ein niedrigere Dichte als das flüssige Wasser und schwimmt somit auf dem Wasser. Der größte Teil ist allerdings unter der Wasseroberfläche. Somit kann es sehr gefährlich für die Schifffahrt sein da diese Eismassen nicht umsonst Berge heißen. So wird der Eisberg mit dem die Titanic 1912 kollidierte, auf 2 Megatonnen geschätzt. Interessanterweise wurde dieses Ereignis von dem warmen und feuchten Jahren die voran gingen geprägt. So wird angenommen, dass die Gletscher geschwächt waren und dadurch mehr Eisberge entstanden. Eisberge können mehrere Jahre leben bis sie entweder schmelzen oder zerbrechen. So hat der Titanic Eisberg vielleicht noch andere Schiffe in Not gebracht… Heutzutage werden Eisberge aber durch diverse Messmethoden ausfindig gemacht um die Gefahr zu reduzieren. Z.b. durch Radare oder Satellitenbilder.

Text: Tracy Kiszler
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Eisschilde – Welche Rolle spielt der Ozean beim Schmelzen der Eisschilde?

Verfasst von am 18. Januar 2023

Wie bei einem Eisberg der Großteil seiner Masse unter dem Meer verborgen ist, so passiert auch ein Großteil des Schmelzens der Eisschilde unter dem Meeresspiegel. Sowohl der grönländische als auch der antarktische Eisschild münden in viele Ausflussgletscher, die ins Meer führen. Im besonders kalten Norden Grönlands sowie rund um die Antarktis bilden diese Gletscher schwimmende Eiszungen bzw. Eisschelfe auf dem Meer. Diese Eismassen sind mehrere 100 m dick und mehrere 10 km bis mehrere 100 km breit bzw. lang. Das Meerwasser, das dieses Schelfeis in bis zu 1000 m Tiefe unterspült ist typischerweise wärmer als der Gefrierpunkt, denn dieser liegt bei salzigem Meerwasser bei rund –2 °C. Somit führt er Ozean Wärme an das Eis heran, das dadurch zu schmelzen beginnt. Das salzarme Schmelzwasser ist leichter als das Wasser des Ozeans und steigt deshalb entlang der geneigten Eiszunge nach oben. Es entsteht eine schnelle Strömung unter dem Eis, die durch Reibung zu noch mehr Wärme und Schmelzen führt. Dieses Schmelzen unter dem Meeresspiegel ist ein wichtiger Teil des Massenverlusts der Eisschilde. Bei manchen Gletschern ist der Ozean für rund 90 % des Schmelzens verantwortlich. Das führt dazu, dass Eisschelfe instabil werden und auseinanderbrechen. Dies hat zur Folge, dass große Mengen Eis von den Eisschilden ins Meer nachrutschen können, wodurch der Meeresspiegel überall auf der Welt ansteigt. Forschende gehen davon aus, dass bereits der Kollaps eines einzigen Gletschers, dem Thwaites-Gletscher in der Antarktis, ausreichen würde, um den Meeresspiegel global um 65 cm ansteigen zu lassen. Dieser Gletscher ist etwa so groß wie Großbritannien und gilt zur Zeit als besonders instabil.

Text: Markus Reinert
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Eisschilde – Wie verändern sich Eisschilde?

Verfasst von am 11. Januar 2023

Wenn man an die Bilder und Filme des Grönländischen und Antarktischen Eisschildes denkt, dann kommen einem Wörter wie gigantisch, enorm oder massiv in den Kopf. Diese Eisschilde sind so riesig, dass wir uns das gar nicht wirklich vorstellen können. Doch trotz oder gerade wegen ihrer Größe unterliegen auch sie Veränderungen. Im Laufe eines Jahres verlieren die Eisschilde je nach Wetter etwas von ihrer Masse oder sie gewinnen neue Masse hinzu. Am Ende des Jahres kann man den Verlust und den Gewinn miteinander ins Verhältnis setzen und erhält so die Massenbilanz des Eisschildes.

Massenzuwachs entsteht immer dann, wenn es auf den Eisschild schneit. Dieser Schnee lagert sich auf dem Eisschild ab und verdichtet durch sein Gewicht die darunter liegenden Schneeschichten. Diese wandeln sich dann im Laufe der Zeit erst in Firn und dann in Eis um.

Durch sein Eigengewicht fließt der Eisschild dann bergab in Richtung Meer.

Dort wo es das Gelände zulässt, fließt der Eisschild über seine Ausflussgletscher ins Meer. Hier kann er durch das sogenannte Kalben von Eisbergen an Masse verlieren. Aber nicht nur festes Eis sorgt für einen Massenverlust. Vor allem im Sommer hat es auch auf den Eisschilden über 0° Celsius und es kommt zu Schmelzprozessen. Es bilden sich Schmelztümpel und -flüsse auf dem Eis, die auch wieder ins Meer fließen.

In den letzten Jahren haben beide Eisschilde enorm an Masse verloren. Bis 2018 verlor der grönländische Eisschild bereits über 3000 Gigatonnen Eis (The IMBIE Team, 2020) und der antarktische bis 2017 über 5000 Gigatonnen (Rignot et al., 2019). Auch dies ist ein Zeichen des Klimawandels, denn die erhöhte Lufttemperatur sorgt für mehr Eisschmelze im Sommer und eine verlängerte Schmelzperiode. Veränderte Ozeanströmungen destabilisieren zudem noch die Ausflussgletscher und es kommt vermehrt zu großen Abkalbungen.

Text: Johannes Röttenbacher
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Eiskappen – Was sind Eiskappen und Eisschilde?

Verfasst von am 4. Januar 2023

Während in Deutschland der Schnee fast überall wieder geschmolzen ist, bleibt anderswo das Eis ganzjährig bestehen. Solche Eiskappen gibt es sowohl in hohen Gebirgen als auch in hohen Breiten, in der Nähe des Nord- und Südpols. Dort befinden sich die beiden größten Eiskappen, die als Eisschilde bezeichnet werden: der Grönländische Eisschild und der Antarktische Eisschild. Obwohl diese Eismassen weit von uns entfernt sind, sind sie aufgrund ihrer immensen Größe wichtig für das globale Klima, also auch für das Klima in Deutschland.

Bei Eisschilden handelt es sich um riesige Vergletscherungen, die in mehrere Gletscher münden, wie z. B. dem Thwaites-Gletscher in der Antarktis oder dem Petermann-Gletscher im Norden von Grönland. Viele dieser Gletscher fließen ins Meer, wo sie im Kontakt mit dem Ozean sind.

Eisschilde sind nicht zu verwechseln mit Meereis, das weite Teile des arktischen Ozeans, insbesondere den Nordpol, ganzjährig bedeckt und auch in der Ostsee vorkommt. Meereis bildet sich durch gefrierendes Meerwasser, weshalb es Salz enthält. Gletscher hingegen entstehen aus gefrorenem Süßwasser, das z. B. in Form von Schnee auf Grönland und die Antarktis fällt.

Text: Markus Reinert
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Extra-tropische Stürme – Gibt es auch ein Orkanhoch?

Verfasst von am 22. Juni 2022

Außertropische Stürme – großflächig, langanhaltend und gar nicht mal so selten.

Eins vorweg: der Begriff außertropische Stürme dient als Abgrenzung zu den Tropischen Wirbelstürmen, die wir euch nächste Woche vorstellen. Gemeint sind damit Tiefdruckgebiete, die in den mittleren Breiten entstehen und z.B. vom Atlantik nach Europa ziehen. Sturm- oder Orkanhochs gibt es übrigens nicht.

Sturm ist in Deutschland eher ein Phänomen des Winterhalbjahres und dafür gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen hängt die Intensität von Tiefdruckgebieten (zugegebenermaßen über einige Umwege) vom Temperaturunterschied zwischen subtropischen und polaren Breiten ab, der im Winter größer ist als im Sommer. Zum anderen haben Tiefdruckgebiete im Winter eine südlichere Zugbahn als im Sommer, sodass ihre Sturmfelder häufiger nach Mitteleuropa ausgreifen, während sie im Sommer eher die Regionen weiter im Norden beeinflussen.Der stärkste Wind ist meistens an der Südflanke eines Tiefdruckgebiets zu finden. Dort addieren sich die westliche Strömung, die dort durch die Zirkulation um das Tief entsteht und seine i.d.R. östliche Verlagerung. Besonders stürmisch wird es dann in hohen Lagen, weil der Wind in höheren Luftschichten mangels Reibung noch stärker ist als am Boden.Starke und großräumige Sturmtiefs können mir ihrem Sturmfeld größere Regionen gleichzeitig erfassen, z.B. ganz Deutschland und Teile seiner Nachbarländer und mehrere Stunden, manchmal sogar Tage lang anhalten. Die kräftigsten Stürme bringen meist Windgeschwindigkeiten zwischen ca. 90 und 120 km/h (Windstärke 9 bis 12), vereinzelt und an besonders exponierten Stellen wie z.B. den Nordseeinseln oder hohen Bergen wurden auch schon Werte zwischen 150 und 200 km/h gemessen.

Text: Felix Herzog
Bilder: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben

Eiswolle – Kennst du schon Eiswolle?

Verfasst von am 29. Dezember 2021

Wer im Winter gern durch Wälder streift hat sie vielleicht schon einmal gesehen: Die Eiswolle. Es handelt sich dabei um eine seltene Form von Eis, in welcher die Kristalle in feinen Härchen wie weißes Fell aus morschem Holz herausragen.
Das Besondere an Eiswolle ist, dass die Form des Eises so eigentlich nicht existieren sollte. Sehr langgestreckte Eisstrukturen würden sich unter normalen Umständen durch den Prozess der Rekristallisation zu gröberen Formationen verbinden. Bei Eiswolle wird die Rekristallisation aber durch einen organischen Stoff verhindert, welcher wahrscheinlich von einem winteraktiven Pilz im Totholz stammt. Dabei könnte es sich um Exidiopsis effuse handeln, denn dieser wurde bisher in allen Eiswolle tragenden Holzproben gefunden. Wie genau die feinen Härchen entstehen, ist aber noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich wird bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, in der Wasser an der Holzoberfläche gefriert und dabei gleichzeitig Flüssigwasser aus den porösen Holzfasern zieht. Bei Vorhandensein des Pilzes bilden sich dann anstatt einer üblichen Eiskruste viele kleine Eisfasern, welche die Eiswolle bilden.

Text & ✍: Mica Thomas

Kein Kommentar abgegeben